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Nicht nur über die Gesundheit

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Kaum ist der technische Fortschritt in unser Leben getreten, erreichen uns die Mitteilungen, dass manche Lebensmittel nicht nur ungesund sind, sondern sogar lebensgefährlich. Die Rede ist von der einen oder anderen Verpackung, die Art der Zubereitung oder seine Herkunft. Vor kurzem kam die Nachricht von der Daily Mail, dass das Trinken aus Plastikflaschen schädlich ist.
Aber was interessant ist: Menschen, die bei  gleichen Bedingungen dieselbe Nahrung zu sich nehmen, haben verschiedene Gesundheitszustände. Sogar bei Massenvergiftungen, auf bestimmtem Territorium, sind bei weitem nicht alle krank.

Alles hängt mit der Immunität des Menschen zusammen und der Möglichkeit, den Krankheiten Widerstand zu leisten.  Unsere Emotionen und unsere Weltanschauung  spielen da keine geringe Rolle. Stress, Depression, Schwermut, Hass, das alles schwächt unser Immunsystem. Psychologen haben mittlerweile Berge von Bücher darüber geschrieben. Carnegie, Sinelnikow, Kurpatow - all sie berichten über die wundersamen Kräfte der positiven Emotionen und der Beziehung zur Welt. Aber obwohl wir schon lange alles Notwendige zum Leben haben, wurden unsere positiven Emotionen nicht größer. Unser Konsumverhalten und der Konkurrenzkampf rauben uns unsere letzte Kräfte und zwingen uns, unseren Nächsten und jemanden, der uns nicht so nah steht, zu hassen. Jeder will  komfortabel leben, ohne Rücksicht auf andere. Jeder will jeden in allen Belangen einholen und überholen.

Der Mensch ist ein soziales und geselliges Wesen. Wir können ohne einander nicht überleben. Dass wir alle miteinander verbunden sind, hat uns die Weltwirtschaft gezeigt, die gerade die globale Krise erlebt. Ein Leben voller Stress und mit Hass zu anderen ist nicht möglich, die Kraft und Gesundheit werden nicht ausreichen. Die einzige Möglichkeit ist,  unsere Werte zu ändern. Wir müssen beginnen, neue Beziehungen zu schaffen, wo die Sorge um jedes Mitglied der Gesellschaft die Priorität sein wird. Wir müssen versuchen, zu erkennen, dass wir eine Familie sind. Uns bleibt nur noch übrig, diese Familie glücklich zu machen.

Erst nach Beendigung des maßlosen Konsums und der Bewusstwerdung, dass nicht der Superwohlstand uns gesund und glücklich macht, werden wir zu normalen, freundlichen Beziehungen untereinander kommen. Und statt der ständigen Anspannungen und Aggressionen werden wir positive Beziehungen von jedem zu jedem spüren. Unser emotionaler Hintergrund wird sich ändern. Es werden Kräfte freigesetzt, um zu leben und zu arbeiten sowie den Krankheiten und schädlichen Faktoren Widerstand zu leisten.

Wenn wir unsere materiellen Werte durch die menschlichen ersetzen, werden wir nicht mehr in der Lage sein, schädliche Zusätze, Verpackungen und alles, was auf Kosten der Gesundheit geht, herzustellen. Es ist so, dass unsere gesunde Ernährung und die Gesundheit im allgemeinen  nur von uns abhängt. Jeder von uns sollte von dem Wunsch geprägt sein, in Bezug auf andere Menschen gute Gedanken zu pflegen, gut zu reden und gut zu handeln.

Übersetzt aus dem Russischen (07.07.2009)

Kapitalismus der anderen Art

Letztens wurde in der Financial Times ein Artikel von Richard Layard veröffentlicht - dem Gründer des Zentrums für Economic Performance an der angesehenen Wirtschaftsschule in London  (London School of Economics - LSE). Unter der Schlagzeile “Jetzt ist es an der Zeit für einen weniger egoistischen Kapitalismus”, stellt Layard, einer der Spitzenökonomen Englands, eine neue kapitalistische Ausrichtung vor, die er als “einen humaneren Kapitalismus” definiert.

Layards Meinung nach hat die moderne Gesellschaft “ihre Werte geopfert”. Wenn in den 60er Jahren 60% der Allgemeinheit in England und in den Vereinigten Staaten geglaubt haben, dass “den meisten Menschen vertraut werden kann”, ist der Prozentsatz heute auf 30 % gesunken. Aus Layards Worten ergibt sich, dass unsere Gesellschaft mit den Jahren immer egoistischer und individualistischer wird. Anstatt den gegenseitigen Respekt hervorzuheben, stürzt der Wille, auf Kosten der anderen zu profitieren, unsere Gesellschaft hinunter auf einen Scherbenhaufen. Die Früchte unseres egoistischen Verhaltens kommen im Bankensektor klar zum Ausdruck, erklärt Layard, aber ” man sieht sie auch im Familienleben (mehr Trennungen), auf dem Spielplatz (weniger Freunde, denen du vertrauen kannst) und am Arbeitsplatz (zunehmender Wettbewerb zwischen Kollegen)”.

Aber noch ist nicht alles verloren. Um das Erscheinungsbild unserer Gesellschaft zu bessern und das gegenseitige Vertrauen wiederherzustellen, schreibt Layard, “müssen wir damit in der Schule beginnen, wenn nicht sogar früher. Kinder sollten lernen, dass ein würdiges Leben ein Leben ist, was das wenigste Elend und die meiste Freude in die Welt bringt”. In der Tat, setzt Layard fort, “diese Regel sollte auch für das Geschäfts- und Berufsleben gelten. Menschen sollen einer für die Gesellschaft nützlichen Arbeit nachgehen, und sich nicht nur am Gewinn auf dem Papier orientieren. Alle Berufe - auch Journalismus, Werbung und Wirtschaft - sollten einen klaren Ethik-Kodex haben, dem sich alle Berufstätigen ihrer jeweiligen Branche unterwerfen sollen”.

“Wir wollen keinen Kommunismus”, fasst Layard zusammen. “Wie die Forschung zeigt, die Länder unter kommunistischem Regime waren die am wenigsten glücklichen der Welt und auch ineffizient”. Was brauchen wir stattdessen? “Eine humanere Art von Kapitalismus, die nicht nur auf einer besseren Regelung, sondern auch auf besseren Werten basiert. Wir brauchen keine Gesellschaft, die auf dem darwinistischen Prinzip des Wettbewerbs zwischen Individuen beruht. Über das für die Existenz notwendige hinaus, ist das beste Erlebnis, das die Gesellschaft den Menschen bieten kann, die Empfindung, dass andere Menschen an deiner Seite sind. Das ist die Art von Kapitalismus, die wir wollen”.

Autor: anonym (07.04.2009)